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Einheit
Meter (m)
Einfach erklärt
Die einfache Leitungslänge (l) ist die räumliche Entfernung zwischen zwei Punkten einer elektrischen Leitung in einer Richtung – zum Beispiel vom Sicherungskasten bis zur Steckdose, ohne den Rückleiter mitzuzählen. Sie ist die reine geometrische Streckenlänge und geht als Eingangsgröße in Formeln für Widerstand (R=ρ·l/A) und Spannungsabfall ein. Anschaulich: Wird ein Kabel entlang einer Wand 12 m verlegt und macht dann noch 3 m zur Decke, beträgt l=15 m – unabhängig davon, ob später ein zweiter (Rück-)Leiter mitverlegt wird. Typische Längen in der Hausinstallation liegen zwischen wenigen Metern (Steckdose neben dem Verteiler) und 30–50 m (Garage, Gartenhaus, entfernte Räume). Eng verwandt ist die Leitungslänge (l) im Sinne der für eine Berechnung tatsächlich anzusetzenden, ggf. gefaktorten Länge.
Merksatz: Die einfache Länge ist immer die reine Wegstrecke – ob für eine Berechnung der Faktor 2 (Hin- und Rückleiter) oder √3 (Drehstrom) hinzukommt, wird erst in der jeweiligen Formel berücksichtigt, nicht bei der Längenmessung selbst.
Fortgeschrittene Erklärung
In der Praxis wird die einfache Leitungslänge meist mit einem Maßband, per Bauplan oder überschlägig aus der Raumgeometrie ermittelt. Bei verdeckter Verlegung (Unterputz, Kabelkanal um Ecken) ist die tatsächliche Kabellänge oft 10–20% länger als die Luftlinie, weil Leitungen üblicherweise rechtwinklig entlang von Wänden und nicht diagonal verlegt werden.
Für Widerstands- und Spannungsabfallberechnungen wird die einfache Länge l mit einem Systemfaktor multipliziert: bei einphasigen Stromkreisen (Hin- und Rückleiter) mit dem Faktor 2, bei symmetrisch belasteten Drehstromkreisen (kein oder vernachlässigbarer Neutralleiterstrom) mit dem Faktor √3 statt 2, da sich die Rückströme der drei Außenleiter im Idealfall zu null summieren.
Bei der Reihenschaltung mehrerer Leitungsabschnitte (z. B. Hauptleitung plus Stichleitung) addieren sich die einfachen Längen der Teilabschnitte zur Gesamtlänge, während bei parallel geführten Leitungen (z. B. redundante Zuleitungen) die einfache Länge für jeden Zweig separat gilt.
Ein verbreiteter Planungsfehler ist, die Luftlinienentfernung zwischen zwei Punkten als Leitungslänge anzunehmen – reale Kabeltrassen folgen Wänden, Decken und Kabelkanälen und sind praktisch immer länger als der direkte Abstand.
Fachlicher Hinweis: Bei langen Leitungswegen lohnt sich eine Vorabschätzung mit der einfachen Länge, um frühzeitig zu erkennen, ob ein größerer Leiterquerschnitt zur Einhaltung des zulässigen Spannungsabfalls nötig wird.
Wichtige Formeln und Zusammenhänge
l einfache (einweg-)Leitungslänge in Metern (m), ρ spezifischer Widerstand in Ω·mm²/m (Kupfer: 0,0178, Aluminium: 0,0278), A Leiterquerschnitt in mm², R Widerstand des einfachen Leiters in Ohm (Ω). Für Hin- und Rückleiter oder Drehstrom ist zusätzlich der jeweilige Systemfaktor (2 bzw. √3) zu berücksichtigen.
Beispiel und Vorgehensweise
Von der Unterverteilung im Keller bis zu einer Außensteckdose im Garten misst die Trasse entlang der Wand 18 m und anschließend unterirdisch weitere 9 m.
- Teilstrecken notieren: l1=18m, l2=9m.
- Formel wählen: l=l1+l2 (Reihenschaltung der Abschnitte).
- Einsetzen: l=18m+9m.
- Ergebnis: l=27m einfache Leitungslänge (Hin- und Rückleiter sind hierin noch nicht doppelt gezählt).
Für den Spannungsabfall dieser 27 m langen einphasigen Zuleitung (Hin- und Rückleiter) bei I=16A, Kupferquerschnitt A=2,5mm²: ΔU=2·ρ·l·I/A=2·0,0178·27·16/2,5≈6,15V. Bezogen auf 230V entspricht das einem Spannungsabfall von rund 2,7% – innerhalb der üblichen 3%-Grenze für Beleuchtungsstromkreise nach DIN VDE 0100-520, aber schon deutlich näher an der Grenze als bei kürzeren Leitungen.
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Passende Rechner
Weiterführend
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