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Eigenverbrauchsquote

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Einheit

Prozent (%)

Einfach erklärt

Die Eigenverbrauchsquote (EVQ) gibt an, wie viel Prozent der selbst erzeugten PV-Energie direkt im eigenen Haushalt verbraucht wird, statt ins öffentliche Netz eingespeist zu werden. Erzeugt eine PV-Anlage im Jahr 5.000 kWh und werden davon 1.500 kWh direkt selbst genutzt, beträgt die Eigenverbrauchsquote 30 % – die übrigen 70 % der Erzeugung werden eingespeist.

Die Eigenverbrauchsquote wird oft mit dem Autarkiegrad verwechselt, meint aber etwas anderes: Die Eigenverbrauchsquote beantwortet die Frage „Wie viel meines erzeugten Stroms nutze ich selbst?“, der Autarkiegrad dagegen „Wie viel meines Verbrauchs decke ich selbst?“. Beide Kennzahlen nutzen zwar denselben Eigenverbrauch im Zähler, aber unterschiedliche Bezugsgrößen im Nenner (erzeugte Energie bei der EVQ, Gesamtverbrauch beim Autarkiegrad).

Merksatz: Eine kleine, gut zum Verbrauch passende PV-Anlage hat meist eine hohe Eigenverbrauchsquote, eine sehr große Anlage dagegen oft eine niedrigere EVQ, weil ein größerer Anteil der Erzeugung über den eigenen Bedarf hinausgeht und eingespeist werden muss.

Fortgeschrittene Erklärung

Die Eigenverbrauchsquote ist definiert als EVQ [%] = selbst genutzte PV-Energie (kWh) / erzeugte PV-Energie (kWh) · 100. Anders als beim Autarkiegrad steht im Nenner die insgesamt von der Anlage erzeugte Energie, nicht der Gesamtverbrauch des Haushalts.

Dieser Unterschied ist entscheidend für die Interpretation: Eine EVQ von 100 % würde bedeuten, dass überhaupt keine Energie eingespeist wird – bei haushaltsüblichen PV-Anlagen praktisch nie erreichbar, weil an sonnigen Tagen meist mehr erzeugt als gleichzeitig verbraucht wird. Typische Werte liegen bei Anlagen ohne Speicher, die auf den Verbrauch ausgelegt sind, bei etwa 25–35 %; mit einem Batteriespeicher steigt die EVQ häufig auf 55–70 %, da überschüssiger Mittagsstrom zwischengespeichert und abends genutzt werden kann.

Wirtschaftlich ist die Eigenverbrauchsquote relevant, weil selbst genutzter Strom die (meist teurere) Netzbeschaffung ersetzt, während eingespeister Strom nur die in der Regel deutlich niedrigere Einspeisevergütung erzielt. Eine hohe EVQ erhöht daher tendenziell die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage – ist aber kein Selbstzweck, denn eine übermäßig klein dimensionierte Anlage hat zwar eine sehr hohe EVQ, deckt aber insgesamt wenig vom Verbrauch (niedriger Autarkiegrad, kleiner Jahresertrag).

Fachlicher Hinweis: Die genannten Bereiche sind typische Richtwerte für deutsche Wohngebäude; im Einzelfall hängen sie stark von Anlagengröße im Verhältnis zum Verbrauch, Lastprofil und Speicherauslegung ab.

Wichtige Formeln und Zusammenhänge

EVQ [%] = selbst genutzte PV-Energie / erzeugte PV-Energie · 100

Umgestellt: selbst genutzte PV-Energie = EVQ/100 · erzeugte PV-Energie, erzeugte PV-Energie = selbst genutzte PV-Energie / (EVQ/100). Zur Abgrenzung: Beim Autarkiegrad steht im Nenner der Gesamtverbrauch statt der erzeugten PV-Energie.

Beispiel und Vorgehensweise

Eine PV-Anlage erzeugt im Jahr Erzeugt = 5.000 kWh. Davon werden Eigen = 1.500 kWh direkt im Haushalt verbraucht. Damit ergibt sich EVQ = 1500/5000·100 = 30 %.

  1. Erzeugte PV-Energie und selbst genutzte Energie (in kWh) notieren.
  2. EVQ = Eigenverbrauch/Erzeugung·100 berechnen.
  3. Ergebnis mit dem Autarkiegrad (andere Bezugsgröße!) nicht verwechseln.

Rückrechnung: Soll bei gleicher Erzeugung von 5.000 kWh/a eine EVQ von 55 % erreicht werden (z. B. durch Nachrüstung eines Speichers), müsste die selbst genutzte Energie auf Eigen = 55/100 · 5.000 kWh = 2750 kWh steigen – fast doppelt so viel wie die ursprünglichen 1.500 kWh ohne Speicher.

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Weiterführend

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