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Einheit
Prozent (%)
Einfach erklärt
Der Autarkiegrad (auch Eigenversorgungsgrad genannt) gibt an, wie viel Prozent des gesamten Stromverbrauchs eines Haushalts durch selbst erzeugten Strom – meist aus einer PV-Anlage – gedeckt werden. Ein Autarkiegrad von 35 % bedeutet: 35 % des im Jahr verbrauchten Stroms stammen aus der eigenen Anlage, die restlichen 65 % werden aus dem öffentlichen Netz bezogen.
Der Autarkiegrad hängt stark davon ab, wie gut Erzeugung und Verbrauch zeitlich zusammenpassen. Ohne Batteriespeicher erreichen typische Wohngebäude in Deutschland einen Autarkiegrad von etwa 25–35 %, da tagsüber oft mehr Strom erzeugt als verbraucht wird, während abends und nachts kein PV-Strom zur Verfügung steht. Mit einem passend dimensionierten Batteriespeicher lässt sich der Autarkiegrad häufig auf 50–70 %, in günstigen Fällen bis auf rund 80 % steigern.
Merksatz: Autarkiegrad = wie viel meines Verbrauchs decke ich selbst? Nicht zu verwechseln mit der Eigenverbrauchsquote (wie viel meiner Erzeugung nutze ich selbst) – siehe die eigene Seite dazu.
Fortgeschrittene Erklärung
Der Autarkiegrad ist definiert als Autarkie [%] = Eigenverbrauch (kWh) / Gesamtverbrauch (kWh) · 100. Bezugsgröße im Nenner ist der gesamte Stromverbrauch des Haushalts (oder Betriebs) über den betrachteten Zeitraum, meist ein Jahr. Der Eigenverbrauch im Zähler ist der Anteil davon, der direkt aus der eigenen Erzeugung (ggf. inkl. Batteriespeicher) gedeckt wird.
Diese Kenngröße wird häufig mit der Eigenverbrauchsquote verwechselt, da beide auf denselben Eigenverbrauch-Wert im Zähler zurückgreifen, sich aber im Nenner unterscheiden: Der Autarkiegrad bezieht sich auf den Gesamtverbrauch, die Eigenverbrauchsquote auf die insgesamt erzeugte PV-Energie. Eine kleine PV-Anlage an einem Haus mit hohem Verbrauch kann z. B. eine hohe Eigenverbrauchsquote (fast die gesamte Erzeugung wird sofort verbraucht), aber einen niedrigen Autarkiegrad (die Erzeugung deckt nur einen kleinen Teil des Gesamtverbrauchs) aufweisen.
In der Praxis wird der Autarkiegrad stark durch Lastverschiebung (z. B. Waschmaschine, Wärmepumpe oder E-Auto-Ladung tagsüber), Speichergröße und Anlagendimensionierung beeinflusst. Werte über 80–90 % sind für normale Wohnhäuser ohne Netzabkopplung kaum wirtschaftlich erreichbar, da dafür eine sehr große, oft überdimensionierte Kombination aus PV-Anlage und Speicher nötig wäre.
Fachlicher Hinweis: Die genannten Bereiche sind typische Richtwerte aus Marktstudien zu deutschen Wohngebäuden mit PV-Anlagen; die tatsächlichen Werte hängen stark von Anlagengröße, Verbrauchsprofil, Speicherkapazität und Standort ab.
Wichtige Formeln und Zusammenhänge
Umgestellt: Eigenverbrauch = Autarkie/100 · Gesamtverbrauch, Gesamtverbrauch = Eigenverbrauch / (Autarkie/100). Nicht zu verwechseln mit der Eigenverbrauchsquote, bei der im Nenner die erzeugte PV-Energie statt des Gesamtverbrauchs steht.
Beispiel und Vorgehensweise
Ein Haushalt verbraucht im Jahr Gesamt = 4.000 kWh Strom. Davon werden Eigen = 1.400 kWh direkt aus der eigenen PV-Anlage gedeckt. Damit ergibt sich Autarkie = 1400/4000·100 = 35 %.
- Gesamtverbrauch und Eigenverbrauch (in kWh) notieren.
- Autarkie = Eigenverbrauch/Gesamtverbrauch·100 berechnen.
- Ergebnis in Prozent angeben und mit typischen Werten (mit/ohne Speicher) vergleichen.
Rückrechnung: Soll bei gleichem Gesamtverbrauch von 4.000 kWh/a ein Autarkiegrad von 60 % erreicht werden (z. B. durch Nachrüstung eines Speichers), müsste der Eigenverbrauch auf Eigen = 60/100 · 4.000 kWh = 2400 kWh steigen – deutlich mehr als die ursprünglichen 1.400 kWh. Das zeigt, warum eine spürbare Erhöhung des Autarkiegrads meist nur mit ausreichend groß dimensioniertem Speicher gelingt.
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Passende Rechner
Weiterführend
Passende Berechnungen findest du im Rechnerbereich. Eigene Tabellen und Übersichten gibt es im Tabellenbuch.