Startseite → Größen → Spezifischer PV-Ertrag (Y)
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Einheit
kWh/kWp·a
Einfach erklärt
Der spezifische Ertrag Y gibt an, wie viele Kilowattstunden eine Photovoltaikanlage pro Jahr und pro installiertem Kilowatt-Peak (kWp) liefert. Er macht Anlagen unterschiedlicher Größe vergleichbar – egal ob kleine Dachanlage oder große Freiflächenanlage. In Deutschland liegen realistische Werte je nach Standort, Ausrichtung und Verschattung meist zwischen 800 und 1100 kWh/kWp·a: Norddeutschland eher am unteren, Süddeutschland eher am oberen Ende. Ein Wert von Y=950kWh/kWp·a bedeutet: Eine 10-kWp-Anlage liefert im Jahresmittel rund 9500kWh.
Merksatz: Ein hoher spezifischer Ertrag zeigt nicht zwingend eine bessere Anlage – oft steckt einfach ein sonnenreicherer Standort oder eine günstigere Ausrichtung dahinter.
Fortgeschrittene Erklärung
Der spezifische Ertrag ist keine reine Anlageneigenschaft, sondern das Ergebnis aus Standort (Globalstrahlung H in kWh/m²·a), Ausrichtung und Neigung der Module, Verschattung sowie den anlageninternen Verlusten (Modultemperatur, Verschmutzung, Wechselrichter-Wirkungsgrad, Leitungsverluste, Degradation). Zur standortunabhängigen Bewertung der reinen Anlagenqualität wird deshalb zusätzlich die Performance Ratio PR=Y/Yr gebildet, wobei Yr=H/G_STC der Referenzertrag ist (G_STC=1kW/m² unter Standardtestbedingungen); gute Anlagen erreichen PR-Werte von 80-90%.
Die Modultemperatur wirkt sich besonders stark aus: Kristalline Siliziummodule verlieren pro Grad Celsius über 25°C Zelltemperatur etwa 0,3-0,45% ihrer Leistung, weshalb der spezifische Ertrag im Süden trotz höherer Einstrahlung nicht proportional mit der Globalstrahlung steigt. Bei der Bewertung eines gemessenen Y-Werts muss zudem das jeweilige Wetterjahr berücksichtigt werden – ein einzelnes sonnenarmes Jahr kann den Ertrag um 10% oder mehr unter das langjährige Mittel drücken, ohne dass ein technischer Defekt vorliegt.
Wichtige Formeln und Zusammenhänge
Y ist der spezifische Ertrag in kWh/(kWp·a), EJahr die im Jahr erzeugte Energie in kWh, Pinst die installierte Nennleistung in kWp, H die Globalstrahlung am Standort in kWh/m²·a, GSTC=1kW/m² die Referenzeinstrahlung und PR die dimensionslose Performance Ratio.
Beispiel und Vorgehensweise
Eine PV-Anlage mit installierter Leistung Pinst=10kWp erzeugt im Jahr E=9200kWh. Gesucht ist der spezifische Ertrag.
- Gegeben: E = 9200 kWh, Pinst = 10 kWp.
- Formel wählen: Y = E/Pinst.
- Einsetzen: Y = 9200 kWh / 10 kWp.
- Rechnen: Y = 920.
- Ergebnis: Y = 920 kWh/kWp·a.
Am Standort der Anlage beträgt die jährliche Globalstrahlung H=1100kWh/m²·a. Gesucht ist die Performance Ratio.
Referenzertrag: Yr=H/G_STC=1100/1=1100kWh/kWp·a. Damit ergibt sich PR=Y/Yr=920/1100≈0,836, also 83,6% – ein guter, für eine ordentlich geplante und wenig verschattete Anlage realistischer Wert.
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Weiterführend
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