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Sekundärspannung (U₂)

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Einheit

Volt (V)

Einfach erklärt

Die Sekundärspannung U₂ steht an der Ausgangswicklung eines Transformators zur Verfügung und ergibt sich aus der Primärspannung multipliziert mit dem Verhältnis der Windungszahlen: U₂=U₁·N₂/N₁. Ein Klingeltransformator wandelt z.B. 230V Netzspannung in 8V oder 12V Sekundärspannung, ein Schweißtransformator in wenige Volt bei sehr hohem Strom. Je weniger Windungen die Sekundär- gegenüber der Primärseite hat, desto niedriger fällt U₂ aus.

Merksatz: Die Sekundärspannung liegt immer auf der Verbraucherseite des Transformators – ihr Wert folgt direkt aus dem Windungsverhältnis N₂/N₁.

Fortgeschrittene Erklärung

Physikalisch wird U₂ durch den im Kern erzeugten magnetischen Wechselfluss induziert: Jede Windung der Sekundärwicklung „sieht" denselben zeitlich veränderlichen Fluss wie die Primärwicklung, wodurch sich die Spannungen im Idealfall exakt proportional zu den Windungszahlen verhalten. In der Praxis sinkt U₂ unter Last gegenüber dem Leerlaufwert durch den Spannungsabfall an Wicklungswiderstand und Streuinduktivität – typischerweise um 2-6% bei Volllast, abhängig von Baugröße und der Kurzschlussspannung uk des Transformators.

Bei mehrphasigen Transformatoren muss zusätzlich zwischen Strang- und Leiterspannung unterschieden werden, da Stern- oder Dreieckschaltung der Sekundärwicklung die Ausgangsspannung um den Faktor √3 verändern kann, ohne dass sich das Windungsverhältnis selbst ändert. Bei Stelltransformatoren mit mehreren Anzapfungen lässt sich U₂ zudem stufenweise verändern, ohne Kern oder Primärseite anzupassen.

Wichtige Formeln und Zusammenhänge

U₂ = U₁ · N₂/N₁
ü = N₁/N₂ = U₁/U₂

U₂ ist die Sekundärspannung, U₁ die Primärspannung (beide in Volt), N₁ und N₂ die Primär- bzw. Sekundärwindungszahl und ü das Übersetzungsverhältnis des Transformators.

Beispiel und Vorgehensweise

Ein Transformator hat N₁=2000 und N₂=200 Windungen und wird mit U₁=230V gespeist. Gesucht ist die Sekundärspannung im Leerlauf.

  1. Gegeben: U₁ = 230 V, N₁ = 2000, N₂ = 200.
  2. Formel wählen: U₂ = U₁ · N₂/N₁.
  3. Einsetzen: U₂ = 230 V · 200/2000.
  4. Rechnen: U₂ = 230 V · 0,1.
  5. Ergebnis: U₂ = 23 V.

Derselbe Transformator hat eine Kurzschlussspannung von uk=4% und wird mit Nennlast betrieben. Gesucht ist die reale Sekundärspannung unter Last.

Der lastbedingte Spannungsabfall beträgt näherungsweise uk·U₂=0,04·23V≈0,92V, sodass U₂ unter Volllast auf etwa 22,1V absinkt statt der idealen 23V im Leerlauf – ein Effekt, der bei der Dimensionierung nachgeschalteter Geräte mit einkalkuliert werden muss.

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Weiterführend

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