Werbung
⚡ ElektroWissen

Startseite → Größen → Stromkosten (K)

Stromkosten (K)

Wähle das Erklärungsniveau, das zu deinem Lernstand passt.

Einheit

Euro (€)

Einfach erklärt

Die Stromkosten (K) ergeben sich aus der verbrauchten Energie E (in kWh) multipliziert mit dem Arbeitspreis pro kWh, zuzüglich eines meist monatlichen Grundpreises: K=E·p+Grundpreis. Eine gute Alltags-Faustregel: ein Gerät mit 1000 W (1 kW) Leistung verursacht bei einer Stunde Betrieb und einem Strompreis von rund 0,30 €/kWh etwa 30 Cent Kosten. Ein Haushalt mit 3500 kWh Jahresverbrauch zahlt bei 0,32 €/kWh reine Arbeitskosten von 1120 €/Jahr. Eng verwandt sind Elektrische Energie (E), die den Verbrauch beziffert, und die Elektrische Leistung (P), aus der sich über die Nutzungsdauer erst die Energie ergibt.

Merksatz: Ohne Kenntnis der tatsächlichen Nutzungsdauer lässt sich aus der Geräteleistung allein kein Kostenwert berechnen – erst E=P·t liefert die Grundlage für K=E·p.

Fortgeschrittene Erklärung

Der Strompreis setzt sich in Deutschland aus mehreren Bestandteilen zusammen: Beschaffungs- und Vertriebskosten, Netzentgelte, Konzessionsabgabe, Stromsteuer sowie Umsatzsteuer. Für Endkunden ist meist nur der resultierende Arbeitspreis (ct/kWh) und Grundpreis (€/Monat) relevant.

Bei dynamischen Tarifen (börsenstrompreis-gekoppelt, stundenscharf) schwankt der Arbeitspreis über den Tag, sodass sich die Gesamtkosten als Summe K=Σ E_i·p_i über die einzelnen Zeitintervalle ergeben statt als einfaches Produkt – Verbrauch in Niedrigpreisphasen (z. B. mittags bei hoher PV-Einspeisung) zu verschieben senkt die Kosten.

Bei Eigenerzeugung durch eine PV-Anlage verringert sich die zu bezahlende Netzenergie um den Eigenverbrauchsanteil; die tatsächlich vermiedenen Stromkosten entsprechen dem eingesparten Netzbezug mal Arbeitspreis, während eingespeister Überschuss stattdessen nur mit der meist deutlich niedrigeren Einspeisevergütung vergütet wird.

Ein häufiger Fehler bei Kostenschätzungen ist die Verwechslung von Leistung (Momentanwert, W/kW) und Energie (kumulierter Verbrauch, kWh) – ein Gerät mit hoher Anschlussleistung, das nur kurz läuft (z. B. ein Toaster), verursacht oft geringere Kosten als ein Dauerläufer mit kleiner Leistung (z. B. ein Kühlschrank).

Fachlicher Hinweis: Standby-Verbräuche vieler Kleingeräte summieren sich über ein Jahr durch die permanente Betriebsdauer (8760 h) oft zu überraschend hohen Kosten, obwohl die Einzelleistung gering erscheint.

Wichtige Formeln und Zusammenhänge

K = E · p
K = P · t · p

K Stromkosten in Euro (€), E Energieverbrauch in Kilowattstunden (kWh), p Arbeitspreis in €/kWh, P Leistung in kW, t Nutzungsdauer in Stunden (h). Ein Grundpreis (€/Monat) ist gegebenenfalls zusätzlich zu addieren.

Beispiel und Vorgehensweise

Ein Wäschetrockner mit P=2,5 kW läuft pro Trocknungsgang 1,2 Stunden, im Schnitt 4-mal pro Woche, bei einem Arbeitspreis von 0,32 €/kWh.

  1. Energie pro Gang: E=P·t=2,5 kW·1,2 h=3 kWh.
  2. Kosten pro Gang: K=E·p=3 kWh·0,32 €/kWh=0,96 €.
  3. Gänge pro Jahr: 4·52=208.
  4. Jahreskosten: K_Jahr=208·0,96 €≈199,70 €.

Wird derselbe Trockner stattdessen zu 60% mit selbst erzeugtem PV-Strom betrieben (Eigenverbrauch, keine zusätzlichen Netzkosten) und nur zu 40% aus dem Netz bezogen, sinken die Netz-Stromkosten auf K=199,70 €·0,4≈79,88 € pro Jahr – die Differenz von rund 120 € entspricht dem wirtschaftlichen Vorteil durch Eigenverbrauch bei diesem einzelnen Verbraucher.

Verwandte Größen

Passende Rechner

Weiterführend

Passende Berechnungen findest du im Rechnerbereich. Eigene Tabellen und Übersichten gibt es im Tabellenbuch.

Werbung